NEIN

zur Initiative «Jugend ohne Drogen»

Das Jugendparlament Winterthur hat sich mehrhreitlich zur Ablehnung des Initiative «Jugend ohne Drogen» entschieden. Die AG Politik erhielt 300Franken zur Produktion eines eigenen Flyers, welches an verschiedenen Standaktionen auf der Marktgasse verteilt wird. Am 6.September wurde zudem ein Medienkomminiqué an alle Zeitungen Winterthur und ans Lokalradio versandt. Doch weshalb ist das JuPa gegen diese Initiative?

Sicher nicht deshalb, weil sich das Jugendparlament eine drogenkonsumierende Jugend wünscht, im Gegenteil. Doch die gesellschaftliche Realität steht im Widerspruch zu den Zielen der Initiative und vorallem auch zum Weg, wie diese erreicht werden sollten.
Einerseits ignoriert die Initiative das Schicksal bereits Drogenabhängiger, welche ausserdem keinesfalls nur Jugendliche sind. Denn Drogensüchtige sind in unserer Gesellschaft leider Realität und es stellt sich die wichtige Frage, wie wir mit ihnen umgehen. Sie einfach zu verstecken und zwangsweise zu entgiften ist keine Lösung. Statt dessen muss für jeden einzelnen Drogenabhängigen ein individueller Weg aus seiner Sucht gefunden werden. Dies kann in unseren Augen durchaus auch durch eine kontrollierte Drogenabgabe geschehen.

Andererseits wirkt eine erhöhte Repression kontraproduktiv und hat kaum Einfluss auf das Drogenkonsumverhalten Jugendlicher. Statt dessen werden Jugendliche kriminalisiert, der Drogenhandel wird lukrativer, für Dealer noch attraktiver und kostet dabei dem Staat eine schöne Stange Geld, welches in der Prävention sicher sinnvoller angelegt wäre.
Betrachtet man die Repressionspolitik der Vergangenheit, welche keineswegs den erhofften Erfolg brachte, handelt es sich bei der Initiative «Jugend ohne Drogen» um ein wünschenswertes Ziel, das aber auf einem falschen und gefährlichen Weg erreicht werden soll. Gefährlich deshalb, weil mit der Initiative sämtliche alternative Möglichkeiten zur Repression verunmöglicht. Doch gerade diese könnten helfen, das Drogenproblem in den Griff zu bekommen.

Allerhand und noch viel mehr über diese Initiative findet Ihr durch folgende Links.....

Initiativtext Jugend ohne Drogen (Homepage der Bundesverwaltung)

Unmengen Artikel von Fachleuten über das Drogenproblem

Argumente der Gegner der Initiative

Die Homepage der Initianten

Andere Jugendparlamente über die Initiative: Jugendparlament Oberwallis

Was die Parteien zur Initiative meinen:  FDP, SP, CVP, SVPJungfreisinnige, LdU

Etwas ganz anderes:  Drogen der Jugend (Artikel aus dem NZZ Folio über Jugendkultur)

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Jugendparlament Winterthur, Postfach 70, 8402 Winterthur; e-mail: jupa@dataway.ch
Last modified: August 31th ,1997, Jürg Rüttimann